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Heute hat AMD die lang erwarteten Phenom II X6 CPUs (Codename Thuban) veröffentlicht. Die technischen Eckdaten der CPUs sind im Vergleich der Phenom II Modelle unverändert. So verfügt jeder Kern über 512 kb L2 Cache zudem teilen alle Kerne sich 6 Mb shared L3 Cache. Die wichtigste Änderung der CPU ist, dass an dem UnCore-Bereich nun 6 anstelle von 4 Kernen hängen. Es handelt sich also um eine native Lösung und nicht etwa eine CPU, bei der zwei Chips auf einem Träger untergebracht sind. Der 1090T taktet mit 3.2 GHz, während der 1055T mit 2.8 GHz taktet. Im Turbo-Modus wird der Takt um 400 bzw. 500 MHz erhöht.
Allerdings gibt es noch einen weiteren, wichtigen Unterschied. Das Stepping. Die Phenom II CPUs kamen bisher im C2 bzw. C3 Stepping daher. Die neuen Modelle werden im E0 Stepping gefertigt. Bei diesem verwendet AMD ein spezielles Ultra-Low-K-Dielektrikum. Hierdurch können die benötigten Spannungen und somit die Leistungsaufnahme gesenkt werden. Daher kann selbst der Phenom II X6 1090T mit 125W spezifiziert werden. Gefertigt werden die CPUs nach wie vor in 45nm.
Werfen wir einmal direkt einen Blick auf die Performancemessungen einiger Tests. Hierbei ist zunächst der Test von P3D zu nennen. Interessant ist dieser vor allem, da man hier direkt die Phenom II X4 mit den neuen Phenom II X6 (auch bei gleichem Takt) verglichen hat. Hier zeigt sich der Thuban bei stark Multithreaded-Anwendungen sehr stark. Eigentlich logisch, da immerhin 50% mehr Recheneinheiten zur Verfügung stehen. In einigen Anwendungen schwächelt der Thuban allerdings auch, so z.B. beim XMPEG Test. Ein möglicher Grund hierfür könnte sein, dass der Thuban hier durch den begrenzten L3 Cache gebremst wird. Ein weiterer möglicher Grund könnte aber auch sein, dass der Windows Task-Scheudler dem Thuban das leben unnötig schwer macht und sich die Threads auf den 6 Kernen “verirren”. Leider hat man hier keine Intel 6 Kern CPU getestet. Hiermit könnte man zumindest das zweite Problem nachweisen. Eventuell ist das verhalten unter Windows 7 aber auch anders.
Auf Seite der Intel CPUs ist es schwer einen direkten Gegner für den 1090T und 1055T auszumachen. Im Performancerating von CB nimmt der 1090T es insgesamt mit dem Core i7 860 und der 1055T eher mit dem Core i5 750 auf. Allerdings muss man auch hier die Benchmarks wieder etwas differenzierter betrachten. Im Falle von stark Multithreaded Anwendungen sind die neuen Phenom II X6 CPUs sehr stark . Teilweiße schlägt man auch deutlich schnellere QuadCore CPUs von Intel. Werden allerdings nur 1-2 Kerne ausgelastet, macht dich die geringere IPC der Phenom II CPUs sowie der recht geringe Takt (vor allem im Falle des 1055T) aber deutlich bemerkbar. Hier hilft auch der AMD Turbo-Modus nur eingeschränkt. Auch bei vielen Spielen gibt es sowohl bei CB als auch bei Anandtech nur geringe bis keine Vorteile für die Sechskern CPUs. Einige Spiele machen sogar Probleme mit 6 Kernen.
Interessant wird es beim Blick auf die Leistungsaufnahme. So benötigt der Phenom II X9 1090T laut Computerbase unter Idle etwas mehr Strom als das bisherige Flagschiff, der X4 965BE (4 Kerne, 3,4 GHz). Der 1055T liegt in etwa auf dem gleichen Niveau. Unter Idle soll die Leistungsaufnahme in etwa identisch zu den bisherigen Phenom II CPUs sein. Somit schlägt AMD sich im Idle Modus in Sachen Leistungsaufnahme nach wie vor gut, auch wenn man etwas mehr als die vergleichbaren Intel CPUs verbraucht. Unter Volllast verbraucht man im Vergleich mit dem Core i5 750 oder dem Core i7 860 aber deutlich mehr Strom. Dies bestätigt auch Anandtech. Verglichen mit dem X4 CPUs im C-Stepping hat AMD mit dem E0 Stepping aber einen guten Schritt nach vorne gemacht. Bei den Messungen von CB sollte man die Unterscheidung zwischen den Chipsätzen allerdings mit Vorsicht genießen. Die gemessenen Unterschiede müssen nicht zwangsläufig auf die Chipsätze zurückzuführen sein, da CB nur die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems ermittelt. Hier können auch die jeweiligen Mainboard (schlechtere Spannungswandler, unterschiedliche Ausstattung) schuld für die Unterschiede sein.
Etwas aus der Reihe stechen die Messungen von Hardtecs4U. Hier verbrauchen die Thuban CPUs unter Volllast deutlich mehr als der Core i7 980X. Im Fazit hält man selbst etwas reißerisch fest, dass die Thubans bis zu 60 Watt mehr verbrauchen als die Intel CPUs. Diese Aussage sollte allerdings mit etwas Vorsicht genossen werden. Der Grund: Auch HT4U bezieht sich hier auf Messungen für das Gesamtsystem. Auch Effizienz des Netzteils oder der Spannungswandler spielen hier also eine Rolle.
Unterm Strich lässt sich festhalten, dass AMD mit dem Phenom II X6 sicherlich ein interessanter Wurf geglückt ist. Überzeugen kann man vor allem durch den geringen Preis von um 200€ für den 1055T oder um 300€ für den 1090T. Allerdings lohnen die Thuban Modelle nur für den Fall, dass man wirklich alle Kerne auslasten kann. Die Anwendungen als stark multithreaded sind. Werden nur 2-3 Kerne ausgelastet lohnen sich die CPus nicht. Hier greift man besser zu QuadCore Modellen – ja nach Geschmack von AMD oder Intel. Gleiches gilt bisher offenbar auch für Spieler, da die X6 CPUs hier bisher kaum überzeugen können. Dies gilt auch für den Core i7 980x von Intel. welchen der beiden Modelle man vorzieht ist letztlich wohl auch Geschmacksfrage. Wir würden hier allerdings den kleinen Thuban vorziehen. Derperformanceunterschied zum 1090T ist nicht groß, der Preis aber 50% geringer.
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Tags: AM3, AMD, CPU, CPUs, Im Detail, Phenom, Prozesor, Thuban
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