Bereits vor gut einer Woche hat Tweaktown ein erstes Vorabreview der neuen GeForce 8800 GTS 512 MB veröffentlicht, heute hat nVidia die Karte offiziell vorgestellt. Die Karte setzt, wie bereits die 8800 GT, auf den neuen G92. Dieser bringt, im Vergleich zum G80 u.a. den kleineren Fertigungsprozess, PCIe 2.0 Interface und den neueren Videoprozessor. Die Karte verfügt über 128 Streamprozessoren, 16 ROPs und 64 TMUs/TAUs. Die GPU ist mit 650 MHz getaktete, die Shadereinheiten mit 1625 MHz und die 512 MB GDDR3 Speicher (256 Bit Speicherinterface) sind mit 970 MHz getaktet.
Die Benchmarkergebnisse von Computerbase bestätigen im Großen und Ganzen den ersten etwas ernüchternden Eindruck der Karte im Test von Tweaktown. Unter 1280×1024 4xAA/16xAF ist die Karte im Schnitt ~12% schneller als die 8800 GT und liegt etwa gleichauf mit der 8800 GTX. Unter 1280×1024 mit 8xAA/16xAF bleibt der Vorsprung zur 8800 GT in etwa konstant, die 8800 GTX kann sich aber bereits mit fast 10% von der 8800GTS 512 MB absetzten. Unter 1600×1200 bleibt dieses Bild in etwa bestehen, nur die 8800 GTX kann sich noch weiter von der 8800 GTS 512 MB absetzten. In den 2560er Auflösungen steigt der Vorsprung der 8800 GTS 512 auf die 8800 GT, gleichzeitig gewinnt die 8800 GTX aber auch deutlich an Vorsprung vor der 8800 GTS 512.
Insgesamt gesehen hat die 8800 GTS mit 512 MB VRam (G92) Schwierigkeiten wirklich überzeugen zu können. Sicherlich ist die Karte schneller als die 8800 GT, in den hohen Auflösungen (ab 1600×1200) mit Bildqualität steigernder Features (AA/AF) geht der 8800 GTS 512 aber deutlich die Luft aus und so verliert die Karte deutlich Boden gegenüber der 8800 GTX. So stellt sich schon die Frage, für wen ist die 8800 GTS 512 MB eigentlich etwas? Wer auf 1280er Auflösungen spielt, für den lohnt sich die Karte kaum, da die 8800 GT hier schon spielbare Frameraten bringt, ab 1600×1200 wird es aber bereits langsam eng für die 8800 GTS 512 MB (gegen die 8800 GTX) während in höheren Auflösungen die 8800 GTX/Ultra der 8800 GTS 512 vorgezogen werden sollte.
Sicherlich ist die 8800 GTS 512 mit einem Preis ~300-350€ günstiger als die 8800 GTX, aber dafür bricht die Karte in hohen Auflösungen deutlich ein. Gleichzeitig ist das Preisleistungsverhältnis schlechter als bei der 8800 GT 512.
Halten wir fest. Die 8800 GTS 512 MB auf G92 Basis ist, nach der sehr guten 8800 GT, nicht der von einigen erwartete Performancehammer. Hier macht vermutlich vor allem die schwache Speicherbandbreite (nur 70 MHz mehr Speichertakt als 8800 GT) der 8800 GTS 512 MB einen Strich durch die Rechnung. Möglicherweise geht der Karte in hohen Auflösungen zudem der VRAM aus (was Tests der vermutlich kommenden 1GB Versionen zeigen werden). Für Spieler, die hauptsächlich unter 1280×1024 spielen, lohnt die Karte in unseren Augen nicht. Hier bringt die 8800 GT in alle Lagen ausreichend Performance, zu einem günstigeren Preis. In höheren Auflösungen würden wir die 8800 GTX eher bevorzugen als die 8800 GTS 512. Insgesamt schwimmt die 8800 GTS 512 irgendwo zwischen Performance (8800 GT) und Highendsegment (8800 GTX/Ultra), kann aber zu beidem (aufgrund des Preises und der Leistung) nicht wirklich aufschließen und ist somit nichts Halbes und nichts Ganzes. Aber letztlich muss natürlich jeder selber wissen, ob ihm die Mehrperformance der Mehrpreis für die 8800 GTS (im Vergleich zur 8800 GT) wert ist.
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Nachdem Nvidia mit der G80-GPU in Form der GeForce-8800-Serie ein Jahr lang die Konkurrenz aus dem Hause ATi gut im Griff hatte und mehr oder weniger beliebig Schalten und Walten konnte, haben die Kalifornier nach ziemlich genau einem Jahr einen leicht überarbeiteten Rechenkern im 65-nm-Verfahren (G92) hergestellt, der erstmals Premiere auf der GeForce 8800 GT feierte. Und was für eine: So viel Leistung im Bereich von etwa 250 Euro hatte es zuvor noch nie gegeben. Nvidia bezeichnete die Grafikkarte gar als Nachfolger der legendären GeForce 4 TI 4200, die zu ihrer Zeit nur geringfügig langsamer war als das schnellste zur Verfügung stehende Modell, aber deutlich weniger kostete. Und wie man beeindruckt zur Kenntnis nehmen musste, hat Nvidia mit dieser Aussage wahrlich nicht übertrieben.
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