Ab dem 4. Februar bietet Aldi mit dem MEDION AKOYA E4360 D einen neuen Computer an. Diesmal liegt der Preis bei 499€. Das System basiert auf einem Intel Core i3 530, einer GeForce GT 330 Grafikkarte, 4096 MB Arbeitsspeicher und einer 1TB großen Festplatte. Als Betriebssystem kommt Windows 7 zum Einsatz. Nun – was ist von dem neuen Aldipc zu halten?

Den Core i3 530 hat Intel erst vor kurzem vorgestellt. Die CPUs mit dem Codename Clarkdale (Test des Core i3) sind die ersten Intel CPUs bei denen sich sowohl CPU, Speichercontroller, PCI-Express Controller und Grafikchip auf einem Package befinden. Der eigentliche CPU-Kern wird in 32nm gefertigt, der zweite Chip in 45nm. Medion verzichtet allerdings auf die Nutzung der integrierten Grafikeinheit der Clarkdale CPUs. Des Weiteren verfügen die CPUs über 2 Kerne (DualCore), wobei dank Unterstützung von SM bis zu 4 Threads gleichzeitig ausgeführt werden können (Windows zeigt 4 Kerne an). Jeder Kern taktet mit 2.93 GHz.
Der größte Vorteil der neuen Clarkdale CPUs ist vor allem de geringe Leistungsaufnahme bei guter Performance. Für alle alltäglichen Anwendungen wie Spiele, Internet, Office, Multimedia reicht die CPUs absolut aus. Einzig bei stark multithreaded Anwendungen sind die kleinen QuadCore CPUs von AMD im Vorteil.

Da Medion wie erwähnt auf den Grafikchip der Clarkdale CPUs verzichtet, spendiert man dem Computer eine Grafikkarte des Typs GeForce GT 330 mit 768 MB Speicher. Was sich genau hinter der Grafikkarte versteckt ist allerdings nicht bekannt. Nvidia selbst führt dieses Modell noch nicht. Ausgeschlossen scheint aber, dass es sich um eine wirkliche Neuentwicklung handelt. Schon die anderen Karten der GeForce 300 Serie (G310, GT 320) sind lediglich umbenannte Modelle alter Grafikgenerationen. Anhand der untypischen Speichermenge von 768 MB lässt sich allerdings darauf schließen, dass vermutlich ein 192 Bit breites Speicherinterface zum Einsatz kommt. Dies gab es zuletzt bei der GeForce 9600 GSO, die wiederum als GeForce GT 130 neu verkauft wurde. Die 9600 GSO basiert entweder auf der G92/G92b oder der G94 GPU.

Wirft man einen Blick auf den Test der Computerbild, der wieso oft bisher leider der einzige, aber auch schlechteste Test ist, und vergleicht diese Ergebnisse mit einem System auf Basis einer GeForce GT 240 so fällt auf das die GeForce GT 330 langsamer bzw. zumindest nicht schneller als die GeForce GT 240. Genau lässt sich das nicht festmachen, da im System der GeForce GT 240 eine andere CPU zum Einsatz kommt.

Allerdings deutet dies doch deutlich darauf hin, dass die GeForce GT 330 eher eine umbenannte GT130 aka 9600 GSO ist. Deren Geschwindigkeit ist sicherlich zum Spielen geeignet, allerdings nur wenn man bereits ist (vor allem bei aktuellen Spielen) Abstriche in der Auflösung und den Details zu machen. Eine Radeon HD 5670 wäre hier die deutlich bessere Option gewesen.

Bei der Speicherausstattung setzt Medion auf 4 Gigabyte DDR3 Speicher. Da das System aber mit Windows 7 32 Bit ausgeliefert wird liegt hier der Hund begraben. Bei 4 GB verbautem Speicher und 32 Bit BS lassen sich die 4 GB nicht komplett nutzen. Effektiv stehen um die 3.3 GB zur Verfügung. Wer die 4 GB komplett nutzen möchte, muss zwangsläufig mittels Recovery CD auf Windows 7 64 Bit wechseln.

Zu den weiteren Komponenten, also der verbauten Festplatte und dem verbauten Brenner, gibt es keine Informationen. Gerade nähere Details zur verbauten Festplatte wären interessant, da diese in vielen Fällen der limitierende Faktor ist. (Laden von Dateien, Starten von Windows etc.)

Unterm Strich fällt das Fazit zum Medion E4360 D, wie zuletzt so oft, sehr gemischt aus. Von der alten Klasse der Aldipcs ist Medion inzwischen einfach meilenweit entfernt. Man liefert sicherlich ein gutes Gesamtpaket, dessen Geschwindigkeit für viele Anwendungen absolut ausreichend ist und sicherlich auch für das ein oder andere Spiel taugt. Wirklich umwerfend ist das Angebot aber sowohl von der Ausstattung als auch dem Preis-/Leistungsverhältnis nicht!
Ähnliche Angebote wird es bei großen Elektronikdiscountern in nächster Zeit wohl noch häufiger geben. Zudem sollen in kürze auch im Einzelhandel viele Systeme von Acer und. Co mit ähnlicher Ausstattung verfügbar sein. Zudem sollte man im Hinterkopf behalten, dass Medion gerade bei der Grafikkarte zu keinen „Standardkomponeten“ greift. Die könnte die spätere suche nach passenden Treibern erschweren.

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